DSGVO & EU AI Act

DSGVO-konforme KI im Unternehmen — ohne Trial-and-Error.

Die meisten KI-Pilotprojekte in deutschen KMU scheitern nicht an Technik, sondern an einer DSGVO-Frage, die zu spät gestellt wurde. Hier sind die sechs Prüfpunkte, drei produktive Architekturen und der Weg zu einem Senior-Experten, der das Setup vorher schon gebaut hat.

Die sechs Prüfpunkte für DSGVO-konforme KI

Jeder Punkt muss vor dem ersten produktiven Prompt sitzen — sonst wird das Projekt entweder gestoppt oder später teuer zurückgebaut.

  1. 1

    Datenstandort & Verarbeiter

    Hosting ausschließlich in der EU (idealerweise DE), AVV nach Art. 28 DSGVO, kein Drittland-Transfer ohne SCCs und TIA.

  2. 2

    Modell-Wahl

    EU-gehostete Modelle (Mistral, Aleph Alpha, lokale Llama/Qwen) oder Azure-OpenAI EU mit dokumentiertem Datenfluss — kein Training auf Ihren Inhalten.

  3. 3

    Datenminimierung & Pseudonymisierung

    Personenbezogene Daten werden vor dem Prompt gefiltert oder pseudonymisiert; Audit-Log über jede Verarbeitung.

  4. 4

    Löschkonzept

    Definierte Retention für Logs, Embeddings, Vektorindex — Recht auf Löschung (Art. 17) operativ umsetzbar.

  5. 5

    Transparenz & Mitbestimmung

    Datenschutzfolgenabschätzung (DSFA), Information an Betroffene, Mitbestimmung durch Betriebsrat dokumentiert.

  6. 6

    EU AI Act Readiness

    Klassifikation des Systems (verbotene/Hoch-Risiko/begrenzt-Risiko), Risikomanagement, Logging und menschliche Aufsicht.

Drei DSGVO-konforme Architekturen, die in KMU funktionieren

Aus Projekten im Kinact-Netzwerk — alle drei sind in unter 12 Wochen produktiv geworden.

On-Premise LLM

Llama 3 / Qwen 2.5 auf eigenen GPUs (oder dedizierter DE-Cloud). Daten verlassen das Haus nie.

  • Maximale Kontrolle
  • Höhere CapEx, niedrige OpEx

EU-Cloud-LLM

Mistral / Aleph Alpha in EU-Regionen, AVV nach DSGVO, kein Training auf Ihren Daten.

  • Best Trade-off für die meisten KMU
  • Schneller produktiv

Azure-OpenAI EU

GPT-4-Klasse-Modelle in EU-Region, mit AVV, deaktiviertem Training und dokumentiertem Datenfluss.

  • Top-Modell-Qualität
  • DSFA + AVV zwingend

Drei DSGVO-konforme Use-Cases aus dem Mittelstand

  • Versicherung

    Schadenautomatisierung mit pseudonymisierten Falldaten, Modell in Azure-EU, Audit-Trail für BaFin.

  • Maschinenbau

    RAG auf technischer Doku (on-prem Llama), keine externen Modell-Calls, Service-Techniker bekommen sofort die richtige Anleitung.

  • Buchhaltung

    Eingangsrechnungs-OCR + Datev-Verbuchung, vollständig in deutscher Cloud, Belegdaten verlassen das Haus nicht.

Häufige Fragen

Ist ChatGPT DSGVO-konform nutzbar?

Die Consumer-Version nicht. Für Unternehmen geht es nur über Azure-OpenAI EU oder die OpenAI-Enterprise-Variante mit AVV, deaktiviertem Training und EU-Region — und nur, wenn ein dokumentierter Datenfluss + DSFA vorliegt.

Reicht der Standort EU aus?

Nein. EU-Hosting ist eine Mindestbedingung. Sie brauchen zusätzlich AVV, Löschkonzept, Datenminimierung im Prompt, eine DSFA und je nach Anwendungsfall eine EU-AI-Act-Klassifikation.

On-Premise oder Cloud?

On-Premise (z. B. Llama 3 / Qwen 2.5 auf eigenen GPUs) ist DSGVO-sicher, aber teuer im Betrieb. EU-Cloud (Aleph Alpha, Mistral, Azure-EU) ist meist der bessere Trade-off für KMU — mit klaren Verträgen genauso konform.

Was prüft Kinact konkret?

Jeder Experte im Netzwerk muss DSGVO-Erfahrung nachweisen (mind. ein abgeschlossenes Projekt mit DSFA und AVV-Setup). Wir matchen nur Profile, die das Setup vorher schon einmal gebaut haben — keine Trial-and-Error-Projekte auf Ihre Kosten.

Brauchen wir eine DSFA für jedes KI-Projekt?

Bei personenbezogenen oder potenziell hoch-risikoreichen Verarbeitungen ja (Art. 35 DSGVO). Unsere Experten machen die DSFA als Teil der Discovery-Phase mit, statt sie am Ende nachzureichen.

Was kostet ein DSGVO-konformes KI-Projekt mehr?

10 – 20 % gegenüber einer naiven OpenAI-API-Integration — fast nichts im Vergleich zu einem späteren Rückbau oder DSGVO-Bußgeld. Wenn früh richtig gemacht, ist es einfach Standardarchitektur.